Parzival (1996)
Parzival-Zyklus: Die Gralsblume 1996 - K167
1996 beschäftigte ich mich intensiv mit dem mittelhochdeutschen Versroman „Parzival“ von Wolfram von Eschenbach.
Im Mittelpunkt meines Interesses stand weniger die Rittergeschichte als der innere Weg eines Menschen: Irrtum, Erkenntnis, Verantwortung und schließlich Reife. Aus dieser Auseinandersetzung entstand ein Zyklus von dreizehn Bildern.
In Wolfram von Eschenbachs Versroman „Parzival“ (um 1200) durchläuft der Titelheld eine Entwicklung vom naiven Narren zum Gralskönig. Er muss lernen, Verantwortung für seine Handlungen zu übernehmen, ritterliche Ideale zu erfüllen und nach dem Gral zu suchen, anstatt blind seinen Instinkten zu folgen. [1, 2, 3, 4, 5]
Der Weg in die Welt und Artusritter
Parzival wächst abgeschieden im Wald auf, da seine Mutter Herzeloyde ihn vor dem Tod des Vaters im Kampf und den Gefahren des Rittertums bewahren will. Als er im Wald auf prächtig gekleidete Ritter trifft, ist er fasziniert und beschließt, selbst Ritter zu werden. Seine Mutter kleidet ihn daraufhin in ein Narrenkostüm und gibt ihm verfängliche Ratschläge mit auf den Weg. Er zieht an den Hof von König Artus, wo er durch seine Naivität zunächst für Spott sorgt, aber nach ersten Erfolgen in den Kreis der Ritter aufgenommen wird. [1, 2, 3]
Das Versagen auf der Gralsburg
Auf seiner weiteren Reise gelangt er zufällig an die verborgene Gralsburg Munsalvæsche. Dort trifft er auf den kranken Gralskönig Anfortas, der schwer unter einer vergifteten Wunde leidet. Obwohl Parzival Mitleid empfindet, unterlässt er es, die erlösende Mitleidsfrage zu stellen – dies geht auf den Rat eines früheren Lehrmeisters zurück, nicht zu viele Fragen zu stellen. Aus diesem Grund muss Parzival die Burg am nächsten Morgen verlassen. [1, 2, 3, 4, 5]
Läuterung und Erlösung
Wieder am Artushof wird Parzival für sein Versagen auf der Gralsburg verflucht und zweifelt an Gott. Er reitet fort und irrt jahrelang durch die Welt. Schließlich trifft er auf den Einsiedler Trevrizent, der ihm die Geheimnisse des Grals offenbart und ihm seine Schuld bewusst macht. Nach einer Zeit der Buße und inneren Läuterung findet Parzival wieder zu Gott und zur Ritterlichkeit. Er kehrt zur Gralsburg zurück, stellt die erlösende Frage, erlöst damit Anfortas und wird zum neuen Gralskönig gekrönt. [1, 2, 3, 4, 5]
Mich interessiert an Parzival nicht der mittelalterliche Rittermythos.
Mich interessiert der Mensch, der lernen muss, Verantwortung zu übernehmen, Fragen zu stellen und Mitgefühl zu entwickeln. Diese Themen sind heute genauso aktuell wie vor achthundert Jahren. Deshalb berührt mich die Geschichte Parzivals bis heute.
Weitere Werkserien
- Seelenwelten
- Figürliche Hochformate
- Mixed Media & Collage
- Die tun nichts, die wollen nur spielen
- Sfumato
Passende Texte
Der Parzival-Zyklus umfasst dreizehn Arbeiten aus dem Jahr 1996. Wenn Sie mehr über die Entstehung oder einzelne Bilder erfahren möchten, freue ich mich über Ihre Nachricht.













