Internationalen Sommerakademie für bildende Kunst Salzburg mit Leon Golub und Nancy Spero


Die Entdeckung der Farbklänge


Salzburg, 1993


Von der Internationale Sommerakademie für bildende Kunst Salzburg hatte ich immer wieder gehört. Also studierte ich ihr Programm intensiv.

1993 war es so weit: Ich bewarb mich für die Klasse von Leon Golub und Nancy Spero.

Von Golub hatte ich  fasziniert eine Sendung im Fernsehen verfolgt. Ich hatte seine Arbeiten schon lange bewundert. Seine monumentalen Figuren, ihre Verletzlichkeit, ihre Kraft und ihre Unmittelbarkeit faszinierten mich. Deshalb wollte ich unbedingt von ihm lernen.

Im Sommer war es dann soweit.


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Eine große, helle Halle mit unzähligen Künstlerinnen und Künstlern  hintereinander in drei Reihen. 

Ich hatte wieder mein grundierten Kartons als Material dabei, weil sie sich gut transportieren ließen.
Aber diesmal blieb es nicht beim DIN A0-Format. Ich begann, mit jeweils drei Bildern auf dem Boden zu arbeiten.

Die ersten Triptychen entstanden.

Ich legte die drei Teile immer wieder anders nebeneinander, drehte sie und arbeitete weiter, bis sich die Figuren zeigten. Um das Ganze überblicken zu können, stieg ich immer wieder auf die Empore.

Allein die Treppen waren ein Marathon.

Leon Golub und Nancy Spero kamen gegen Mittag in die Klasse, gingen herum und schauten sich das Ganze mit kritischem Blick an und gaben wertvolle Tipps und Hinweise.


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Was Leon Golub mich lehrte

„Schaue dir die Farbschattierungen und die Farbharmonien der tibetischen Sakralkunst an.“

Diesen Tipp setzte ich sofort um. Zurück in Deutschland kaufte ich mir beide Bände des Buchs „Die Götter des Himalaya – Buddhistische Kunst Tibets“ von Gerd-Wolfgang Essen und studierte sie intensiv.

Besonders die feinen Farbschattierungen und die Harmonie der Farbklänge beschäftigten mich weit über den Workshop hinaus.

Bis heute gehören die beiden Bände zu den Büchern, die meine Wahrnehmung von Farbe nachhaltig beeinflusst haben.


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Mit den anderen kam ich wenig in Kontakt.

Anders als in Kloster Irsee herrschte hier eine eher konkurrierende Stimmung. Viele verbanden große Erwartungen mit der Schlussveranstaltung, bei der unsere Arbeiten gezeigt werden sollten.

Es wurde geraunt, es kämen bedeutende Galeristen. Diese wurden von Tag zu Tag bedeutender - die Stimmung verschärfte sich entsprechend.

Die "Malerkolleginnen und -kollegen" liefen über meine Bilder, obwohl ich in einer Ecke niemanden störte.

Ich kann mich in einer solchen Atmosphäre schlecht abgrenzen. Ich litt.

Schließlich packte ich meine Sachen und fuhr vor der Schlussveranstaltung ab.



Meine "Kunstakademie": Workshops


→ Radierkurse, Frankfurt (1979)

→ Zeichnen, Düsseldorf (1984)

→ Aquarellmalen, Düsseldorf (1985)

→ Freies Zeichnen mit Michael Koch (1987)

→ Sommerakademie Trier (1990)

→ Workshop mit Elvira Bach (1991)

→ Workshop mit Franz Hitzler (1992)

→ Moniereisen-Workshop im Kunsthaus Essen-Rüttenscheid (1992)

→ Drehbuch-Werkstatt mit Peter Renz (2002)

→ Steinbildhauerei (2002)

→ Bronze-Workshop: Wachsverfahren (2003)

→ Betonfiguren (2005)

→ Bronze-Workshop mit Mathias Lehr: Sandgussverfahren (2011)

→ Goldschmiedekurs (2014)

→ Radieren auf Getränkekarton mit Michael Dangel, Witten (2025)

→ Malen mit Pigment pur und Wachs mit Bettina Reichert, Witten (2025)