Workshop mit Elvira Bach 1991


Kloster Irsee, 1991


1991 nahm ich erstmals am Schwäbischen Kunstsommer im Kloster Irsee teil. Der Workshop mit Elvira Bach wurde zu einem Wendepunkt meiner künstlerischen Entwicklung.



Der Schwäbische Kunstsommer im Kloster Irsee wurde für mich zu einem Ort des Aufbruchs.

Musiker, Sänger, Performance-Künstler, Poeten, Maler, Bildhauer und Grafiker arbeiteten dort gleichzeitig – Tür an Tür. Nach dem Mittagessen stellte jeweils einer der Workshop-Leiter seine Arbeitsweise vor. Auch die Abende gehörten der Kunst: Konzerte, Lesungen, Gespräche und Präsentationen schufen eine inspirierende Atmosphäre. Den Abschluss bildete ein großes Fest, bei dem alle ihre Arbeiten der Öffentlichkeit zeigten.


Von der Präsentation selbst habe ich heute leider nur Fotos von zwei Bildern an der Wand. Glücklicherweise existieren von den beiden anderen Arbeiten noch Einzelaufnahmen.


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 Kloster Irsee 1991

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Kloster Irsee 1991


Im Workshop entstand eine besondere Atmosphäre. Direkt hinter mir arbeitete Doris Dörrie an ihren bemalten Zeitungsbahnen. Auch Peter Dietz gehörte zur Gruppe. Wir arbeiteten alle nebeneinander – jede und jeder mit einer ganz eigenen Bildsprache. Aus meinen Lautsprechern lief fast ununterbrochen Van Morrison – und irgendwann hörten alle mit.

Für mich war es faszinierend zu erleben, wie unterschiedlich künstlerische Wege entstehen können.


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Meine kleine Ecke

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Manche Erinnerungen kommen über ganz kleine Dinge zurück. Zum Beispiel über meine goldenen Schuhe.


Schon vorher hatte ich mit dem gemalten Tagebuch angefangen.
Hier wurde dann der Workshop dokumentiert.


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Die Freude über die Teilnahme - Tagebucheintrag

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Unser Raum - Tagebucheintrag

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Letzter Tag - Tagebucheintrag


Ich malte buchstäblich bis zum Umfallen. Die Begeisterung war so groß, dass ich schließlich wegen starker Schmerzen im Bein einen Arzt aufsuchen musste.


Rückblickend erscheint mir diese Zeit wie eine Erweckung.


Eines Tages trat Elvira Bach während der Arbeit neben mich, betrachtete meine Bilder einen Moment und fragte:

„Wo nimmst Du die ganzen Figuren her?“


Später sagte Peter Dietz zu mir:

„Annette, Du musst nur noch malen.“


Erst heute, beim Wiedersehen der Fotos, wird mir bewusst, wie viele Anfänge in diesen Tagen in Irsee liegen. Dort entstand nicht nur eine Reihe neuer Bilder, sondern auch meine ersten Leporellos. Damals ahnte ich noch nicht, dass daraus später ganze Werkgruppen entstehen würden. Vor allem aber lernte ich, meiner eigenen Bildsprache zu vertrauen.


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Gruppenbild der Workshop-Teilnehmer


Gemeinsam entstand am Ende des Workshops noch ein großes Gemeinschaftsbild.

Leider verschwand es über Nacht und blieb unauffindbar.

Schade – denn es war selbst Teil dieser besonderen Zeit geworden.


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Im Workshop-Raum im Kloster Irsee 1991

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Im Workshop-Raum im Kloster Irsee 1991 (von links: Petra Breger, Monika Schulte, Peter Dietz., Annette Kunow)

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Workshop-Teilnehmer im Kloster Irsee 1991

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Workshop-Teilnehmer vor Gruppenbild im Kloster Irsee 1991


Beim Wiedersehen meiner damaligen Bilder fällt mir auf, dass man den Einfluss der kraftvollen Figurensprache Elvira Bachs durchaus erkennen kann. Gleichzeitig sehe ich aber auch, dass meine Figuren schon damals ihren eigenen Weg gingen – verletzlicher, poetischer und erzählerischer.


Eine Erinnerung ist mir bis heute besonders lebendig geblieben.

Ein kleines Kind lief plötzlich jubelnd auf meine Bilder zu. Es blieb nicht stehen, um sie anzuschauen.

Es umarmte meine Figuren.

Ich glaube, kein Kunstkritiker hätte mir ein schöneres Kompliment machen können.


Viele Jahre später führte mich ausgerechnet Lotta noch einmal nach Irsee. Sie war ganz in der Nähe geboren worden. So besuchte ich auch das Kloster wieder. Plötzlich war alles wieder da: die großen Räume, die Atmosphäre, die Erinnerungen an Elvira Bach, Franz Hitzler, Peter Renz, die ersten Leporellos und das Gefühl, dass dort vieles begann, was mich bis heute begleitet.


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Workshop-Beschreibung: Elvira Bach im Kloster Irsee 1991



Weitere Aufenthalte in Kloster Irsee

Workshop mit Franz Hitzler (1992)

Drehbuch-Werkstatt mit Peter Renz (2002)