Serie "Überschminkt"
Köpfe zwischen Mythos und Gegenwart
Die Serie „Überschminkt“ entstand 2002. Sie beschäftigt sich mit Masken, Rollen und der Frage, was Menschen zeigen – und was sie verbergen.
Malerei, Text und fragmentarische Erzählungen verbinden sich zu einer Bildwelt zwischen Mythos und Gegenwart.
Medusas Haupt 2002 - H233
Medusas Frisör
Geschwätzig wie ein Faun verstummt er
erst vor seiner liebsten Kundin
hält dann die Finger hinein in den Hinterkopf
droht mit der Schere zärtlich allen
schwarzen Schlangen und leise sprechend
hat er schwupps
die Finger in den kalten Schuppen drin
säbelt die Spitzen ab kuppt die ringeldicken
Scheiben an Fleisch Manchmal legt er
die Schere weg modelliert und steckt fest
Es heißt er mache auch Liebe so: mit freien Händen
Er ist neu und brillant ein Frisör für Verfluchte
Buddha der Kämme Held der Shampoos
Doch verschwindet die Kundin verwandelt er sich
zurück zum krummrückigen Schnippler ist
Endstation aller Sagen
Dann wirft er Klatsch zu den Haaren
und es wimmelt der Boden
Medusa die ist
früher eine zauberhafte Frau gewesen
langlang vor ihrer Metamorphose
dem Fall aus dem letzten Kapitel
Zum Schweigen gebracht 2002 - H231
Überschminkt 2002 - H235
Umwölkt 2002 - H232
Aufgebracht 2002 - H234
Broken Heart 2002 - H236
Durch die Brille gesehen 2002 - H237
Alle Arbeiten dieser Serie sind auf Büttenpapier entstanden, teilweise collagiert, und haben das Format 36 × 21 cm.
Informationen zur Arbeit gebe ich gern auf Anfrage.







