Mein Vortrag zur Eröffnung des 9. Kunstsonntags 2001


9. Kunstsonntag 10. Juni 2001

Annette Kunow

"25 Jahre Kunst"

Es ist nicht so, dass ich erst seit 25 Jahren Kunst gemacht habe oder etwa, dass ich erst 25 Jahre alt bin....

Nein, ich mache seit 25 Jahren ernsthaft Kunst, zuerst im Verborgenen, dann mit Ausbildung und schließlich seit 1991 in der Öffentlichkeit.

Und diese Jahre möchte ich gerne vorstellen mit den wichtigsten Entwicklungsphasen, die ja auch meine eigene Entwicklung widerspiegeln.

Und ich rede zum ersten Mal öffentlich über meine Bilder, wenn ich auch im Innersten der Meinung bin, dass jeder, der Augen hat, sehen kann, was ich ausdrücke oder ausdrücken will.

Da meine Bilder figurativ- gestisch sind und eigentlich immer eine Geschichte erzählen, kann der Zuschauer diese Geschichte nachvollziehen, über den Titel, oder sich einfach seine eigene Geschichte dazu schreiben. Manche der Sammler meiner Bilder haben das Bild oder Objekt einfach umbenannt!

1976 war ich mit meinem Studium fertig, das ich aus persönlichen Gründen sehr rasch absolviert habe, vielleicht um mehr Freiraum für meine spätere Entwicklung zu haben.

Tatsächlich habe ich mir von meinem ersten Gehalt einen kleinen Horadam Aquarellkasten gekauft. In Frankfurt am Neumarkt, glaube ich. Vorher hatte ich einen Gebrauchten von meinem, jetzt leider verschollenen Freund Holger geschenkt bekommen. Mit dem habe ich damals in meiner Studentenbude die Sherryflasche gemalt.

Holger ermutigte mich nicht nur Frau zu werden, sondern auch zu malen. Er malte mir etwas und ich ihm. Ich besitze das Bild noch heute.

Ich lernte Hans kennen, wir zogen dann zusammen und er wiederum ermutigte mich eines Tages, mir doch Stifte zu kaufen als Weihnachtsgeschenk, die ich schon lange als Werbebroschüre mit mir herumtrug.

Ich ging zu Farben Jenisch und kaufte mir als Erstes einen großen Holzkasten, in dem ich viele Pastellkreiden unterbringen konnte, denn dass ich viele Farben brauchte, das wußte ich.

Ich begann neben Zeichnungen, Aquarellen auch Pastelle zu machen.

An Ölfarben bin ich schon mit 16 Jahren geraten, allerdings haben sie bei mir damals nicht so viel Gegenliebe erfahren. Obwohl ich irgendwann auch wieder mit - natürlich - selbstangemachten Ölfarben malen werde, weil sie so sinnlich sind, arbeite ich seit Jahren vorzugsweise mit selbst gemischten Pigmentfarben auf Kunstharzbasis. Sie trocknen schneller und riechen nicht so nach balsamischem Terpentin. Beides ist für mein jetziges "Doppelleben" sehr geeignet.

Ich habe fast alle Techniken autodidaktisch erprobt und erprobe immer wieder neue Dinge. Das Einzige, das ich noch nie gemacht habe, ist Seidenmalerei. Aber ich habe während meiner Schul- und Studienzeit Batiken gemacht.

Ich habe Objekte aus Ton, Stahl, Pappe gemacht. Aber ich schränke mich da ein wenig ein, weil mein Lagerplatz sehr beschränkt ist.

Ich habe eine kleine Zusammenstellung meiner Bilder gemacht und übergebe nun meinen Bildern das Wort.