Kleine Bären wissen vielleicht sehr viel vom Leben
Poetische Betrachtung - Annette Kunow 1991
Immerhin hat der kleine Bär einen vertrauten Begleiter, mit dem er seine Wünsche und Träume austauschen kann.
Das ist doch schon einmal etwas.
Dass der kleine Bär in seinen Träumen nach einer Prinzessin sucht, ist verständlich. Schließlich möchte jeder seinem Ideal möglichst nahe kommen.
Was der kleine Bär vielleicht noch nicht weiß:
Die Liebe sieht mit anderen Augen.
Es gibt da eine kleine Bärin - Prinzessin wäre vielleicht zu anmaßend -, die schön (in den Augen des kleinen Bären?), selbständig, zierlich, humorvoll, sinnlich, gläubig, romantisch, realistisch, unabhängig ist. Wenn sie d e n kleinen Bären findet, verwöhnt sie ihn und läßt sich nur noch von ihm verwöhnen.
Auch altersmäßig paßt sie in sein Idealbild.
Sie hat nicht nur irgend etwas mit den Künsten zu tun, sie lebt mittendrin. Allerdings noch nicht hauptberuflich, da geht es eher sachlich zu. Aber sonst ist ihre große Leidenschaft die Malerei. Und die nimmt immer größere Ausmaße an.
Mit dem Exotischen ist das wieder so eine Sache. Andere Bärenmenschen finden das Dasein der kleinen Bärin sicherlich ungewöhnlich, sie selbst findet es ganz normal, auf jeden Fall ist es vielseitig und nie langweilig.
Möglicherweise will der kleine Bär auch noch durch seine Bärin von der Muse geküßt werden, aber da mal keine Bange, da ist die kleine Bärin ein Feuerwerk an Phantasie.
Sie braucht viel Nähe. Diese muss jedoch nicht immer durch ständiges Beisammensein entstehen.
Im Gegenteil, sie wünscht sich jemanden, den sie bei ihren Arbeiten hin und wieder besucht, um dann wieder mit den eigenen Sachen weiter zu machen. Allerdings möchte sie auf Dauer nicht alleine leben, davon hat sie trotz Eheerfahrung genug.
Trotz ihrer Unabhängigkeit hat sie den großen Wunsch, nicht immer alles alleine machen zu müssen. Manchmal träumt die kleine Bärin auch den Traum, daß es einen Weggefährten, Freund und Partner geben sollte, der - so wie im Film - ganz für sie da ist, und so.
Und obwohl sie weiß, daß es ein verrückter Traum ist, ist sie noch nicht bereit, ihn aufzugeben.
Vielleicht hat der kleine Bär mal Lust, mit ihr darüber zu reden. So wie im Film, erst mal telefonisch?



